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Das Jahr 1364 stellt einen entscheidenen Markstein in der Geschichte der alten polnischen Königsstadt dar: Damals wurde die Krakauer Akademie und spätere Universität gegründet. Während der Renaissance erlebte die Stadt eine unvergleichliche Blütezeit, als sich hier die kulturelle Elite ganz Europas einfand. Die besondere Atmosphäre des geistigen Auf- und Umbruchs wird erlebbar in dem bedeutenden Werk des "polnischen Dante" Jan Kochanowski (1530-1584)), der seine Werke in lateinischer wie polnischer Sprache verfasste. Auch die Hautpstadt nach Warschau verlegt wurde, konnte blieb Krakau der Rang als "Alma mater" der polnischen Literatur erhalten. Auf Schritt und Tritt begegnen daher in der Altstadt Gedenktafeln und Statuen, die an Größen der polnischen Literatur erinnern. Gängiger Treffpunkt in Krakau ist denn auch der "Adas", die Statuen des bedeutendsten romantischen polnischen Schriftstellers Adam Mickiewicz, dessen Epos "Pan Tadeusz" sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Hier beginnt denn auch der literarische Stadtrundgang, der Sie in die Höhen und Tiefen der international noch immer vernachlässigten polnischen Weltliteratur einführt.
Gerade in Zeiten der Fremdherrschaft spielte die polnische Literatur für das kulturelle und nationale Bewusstseinsbildung eine große Rolle. In der Dichtergruft auf dem Wawel gedenken die Krakauer daher bis heute drei herausragenden literarischen Romantikern. Zur Zeit des Jugendstils - in Polen unter der Bezeichung "Mloda Polska" ("Junges Polen") bekannt - als Impressionismus und Futurismus die Krakauer Kaffeehauskultur durchdrangen und Polen schließlich seine Eigenstaatlichkeit wiedererlangte, zieht der Geist der Moderne durch die Stadt und ihre Literatur. Neben einer Einführung in Leben und Werk herausragender Vertreter der polnischen Literatur eröffenen die literarischen Quellen selbst - in polnischer Sprach oder wahlweise deutscher Übersetzung vorgetragen -einen Zugang zur Atmosphäre dieser Epoche wie auch der Gegenwart. |